Geschichte der Christlichen Erwachsenenbildung

1959

Am 23. Oktober wird das Katholische Volksbildungswerk für den Kreis Merzig-Wadern auf Anregung des Bistumsbeauftragten für Erwachsenenbildung, Prälat Jakob Schmitz, gegründet. Zur Gründung des Vereins treffen sich Pfarrer Johannes Mertes, Viktor Levacher, Maria Haucke, Marianne Levacher, Josef Ott, Volker Schmitt, Eberhard Becker und Gertrud Becker im Haus der Buchhandlung Becker-Krapp.

In einer Versammlung am 10. November verabschieden die Mitglieder eine Satzung und wählen einen Vorstand. Vorsitzender wird Pfarrer Johannes Mertes aus der Pfarrei St. Josef in Merzig. Die Leitung des Bildungswerkes übernimmt Eberhard Becker. Gertrud Becker wird Schriftführerin, Josef Gandner wird Schatzmeister, Lutwin Bastian und Edmund Endres werden zu Kassenprüfern gewählt. Weiterhin gehören dem Vorstand an: Dr. Alfons Paulus, Amtsvorsteher Josef Langel, Marianne Levacher, Pastor Johannes-Baptist Planz, Dr. Karl Gerber und Volker Schmitt.

1963

Das Interesse an den Veranstaltungen nimmt stetig zu, die Arbeit wird immer umfangreicher. Die Jahresmitgliederversammlung reagiert auf das steigende Interesse an den Veranstaltungen und fasst den Beschluss, dem Katholischen Volksbildungswerk den Status eines eingetragenen Vereins zu geben.

1968

Die Vereinssatzung wird geändert. Die Einrichtung nennt sich im Einvernehmen mit dem Bistum Trier „Christliche Erwachsenenbildung (CEB) im Kreis Merzig-Wadern e.V.“ Dieser Schritt setzt ein Zeichen in einer Zeit, in der die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils insbesondere hinsichtlich der Ökumene das kirchliche und gesellschaftliche Leben beeinflussen. Die Umbenennung ist auch ein Zeichen der Öffnung: in Merzig gibt es seit 1851 evangelische Christen, eine evangelische Pfarrei soll sich nicht durch den Namen „Katholisches Volksbildungswerk“ ausgeschlossen fühlen.

1969

Pfarrer Johannes Mertes übernimmt eine andere Pfarrei im Bistum Trier und beendet seine Tätigkeit bei der CEB. Ein neuer Vorstand wird gewählt, der sich wie folgt zusammensetzt: Vorsitzender Georg Rupp, stellv. Vorsitzender Hans Gerd Meiers, Geistlicher Beirat Religionslehrer Engelbert Bien, Schatzmeister Josef Gandner, Geschäftsführer Eberhard Becker, Schriftführerin Maria Kohn.

1971

Der Landtag verabschiedet ein neues Erwachsenenbildungsgesetz. Durch die Gründung von Kreisbildungswerken werden Strukturänderungen nötig. Die CEB im Kreis Merzig-Wadern erhält die im Gesetz verankerte staatliche Anerkennung.

1972

Am 1. Januar wird Georg Hasenmüller, der sich schon in den Jahren zuvor ehrenamtlich in der CEB engagiert hat, zum hauptamtlichen Pädagogischen Leiter berufen. In gleicher Funktion ist er auch für die Katholische Erwachsenenbildung im Kreis Saarlouis tätig.

1974

Rektor Fritz Bersin übernimmt den Vorsitz der CEB, Stellvertreter wird der Landtagsabgeordnete Alfred Becker.

1975

Am 24. Oktober gründet die CEB die erste Familienbildungsstätte im Kreis Merzig-Wadern. Während es bei den früheren Mütterschulen im Wesentlichen darum ging, Kenntnissen für Frauen in ihrer Rolle als Mütter und Hausfrauen zu vermitteln, berücksichtigt das Programm der neuen Familienbildungsstätte die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Konzept ist ganzheitlich und generationsübergreifend ausgerichtet.

1976

Im Bistum Trier wird die Organisationsstruktur der Erwachsenenbildung wesentlich verändert und es werden Regionalbildungswerke geschaffen. Die Kreise Merzig-Wadern und Saarlouis bilden die neue „Region Saar-Hochwald“. Dennoch behalten die beiden Erwachsenenbildungsvereine in den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarlouis ihre institutionelle Eigenständigkeit und die staatliche Anerkennung. Sie arbeiten weiter unter dem Dach des Regionalbildungswerkes Saar-Hochwald.

1981

In eine Kooperation mit dem Arbeitsamt Saarlouis errichtet die CEB eine Ausbildungsstätte für „schwer vermittelbare“ Mädchen. Am 1. September startet im „Alten Kloster“ in Tünsdorf der erste Ausbildungsjahrgang, der den Beruf der Hauswirtschafterin erlernt. Leiterin der Ausbildungsstätte wird Chlothilde Ganster.

1986

Als weiterer Schritt zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der Region wird entschieden, eine Übungsfirma und eine Übungswerkstatt als Einrichtung der beruflichen Fort- und Weiterbildung für Erwachsene zu errichten.

1987

Nach dem Umbau einer ehemaligen Ziegelei in Hilbringen nimmt die CEB-Übungswerkstatt am 15. Juni ihren Betrieb in den drei Berufsfeldern Bau, Holz- und Metallverarbeitung auf. Finanziert wird die Einrichtung durch das Arbeitsamt Saarlouis. Am 15. September folgt die Eröffnung einer Übungsfirma für kaufmännisch ausgebildete Fachkräfte. Als Patenfirma engagiert sich der Keramikhersteller Villeroy & Boch. Die feierliche Einsegnung des „CEB-Fortbildungszentrums Hilbringen“ übernimmt am 23. November Bischof Dr. Hermann Josef Spital.

Das „Haus der Familie“ wird in der Hochwaldstraße 13 in Merzig eröffnet. Das Haus beherbergt sowohl die Familienbildungsstätte als auch die Verwaltung der CEB. Das städtische Gebäude war vom Bistum Trier angekauft und renoviert worden.

1990

Die CEB übernimmt das Arbeitslosenzentrum der Pfarrei St. Peter, das Arbeitslosen Beratung, sozialpädagogische Betreuung und Begegnungsmöglichkeiten bietet. In einer Möbelbörse werden gebrauchte Möbel und Elektrogeräte repariert, restauriert und an Bedürftige Familien und sozial Benachteiligte abgegeben.

Im November gründet die CEB gemeinsam mit dem Sozialwerk Saar-Mosel und der Bürgerhilfe Sachsen das Fortbildungswerk Sachsen in Bischofswerda als gemeinnützige GmbH. Das Ziel ist die Ausbildung, Umschulung und berufliche Fortbildung von jugendlichen und erwachsenen Arbeitslosen in der Region Oberlausitz.

Um der steigenden Arbeitslosigkeit zu begegnen und wohnortnah Qualifizierungen anbieten zu können, gründet die CEB ein weiteres Fortbildungszentrum in Nunkirchen.

1991

Das CEB-Fortbildungswerk unter dem Dach der CEB e.V. wird in eine gemeinnützige GmbH überführt. Zu Geschäftsführern werden Gisbert Eisenbarth und Georg Hasenmüller bestellt.

Außerdem kauft die CEB das ehemalige Haus Schmitt-Ney in der Hochwaldstraße 39 in Merzig. Als Beitrag zur Versöhnungsarbeit mit den Ländern Polen und Israel trägt das Haus den Namen des polnischen KZ-Opfers Maximilian Kolbe.

1992

Am 1. Juni eröffnet die CEB die Seniorenakademie als erste Einrichtung dieser Art im Kreis Merzig-Wadern.

1993

In den Räumen der Grundschule St. Josef in Merzig richtet die CEB einen Kinderhort ein.

Zum 1. Dezember wird das CEB Fortbildungswerk als Einrichtung der beruflichen Weiterbildung staatlich anerkannt.

1995

Die CEBIS – berufliche Integration und Service gemeinnützige GmbH wird gegründet. Das Ziel ist es, behinderte Menschen entsprechend ihrer individuellen Leistungsfähigkeit in das Arbeitsleben zu integrieren.

2000

Die CEB startet mit Fort- und Weiterbildungen für pädagogische Mitarbeiter aus Kindertagesstätten, Freiwilligen Ganztagsschulen und Jugendhilfeeinrichtungen.

2002

Nach den Um- und Neubauarbeiten am Schulungs- und Verwaltungsgebäude in Hilbringen findet am 26. August die Eröffnung der CEB Akademie in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Dr. Georgi, Weihbischof Genn, Landrat Kreiselmeyer, Arbeitsamtsdirektor Felsch, Oberbürgermeister Dr. Lauer und zahlreichen Gästen statt.

2006

Gisbert Eisenbarth, Geschäftsführer der CEB, übernimmt den Vorsitz der Christlichen Erwachsenenbildung e.V. von Fritz Bersin, der nach 32 Jahren nicht mehr als Vorsitzender kandidiert. Bersin wird zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Als stellvertretende Vereinsvorsitzende werden Margot Haupenthal, Gerd Barbian und Helmut Bermes gewählt.

2009

Das CEB-Fortbildungswerk weitet seine Aktivitäten in der beruflichen Weiterbildung auf die Region Trier aus und errichtet eine Schulungsstätte in der Römerstadt. Die CEB Akademie Trier befindet sich heute in der der Metternichstraße 42.

2012

Seit Oktober werden in Kooperation mit der Caritas Akademie für Gesundheitsberufe Saar am Standort Hilbringen Schüler in der Altenpflege und Altenpflegehilfe ausgebildet.

Im November wird die CEBIN – Centrum für soziale Inklusion gGmbH eröffnet, eine Werkstatt für psychisch behinderte Menschen.

2015

Die CEB reagiert auf den vermehrten Zuzug von Flüchtlingen und richtet ein Sprachencafé ein. In Zusammenarbeit mit dem BAMF und Jobcentern Merzig-Wadern und Trier bietet die CEB seitdem Integrationskurse zum Spracherwerb und zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt an.

2017

Im August wählt die Mitgliederversammlung den aktuellen Vorstand. Der Vorsitzende Gisbert Eisenbarth wird unterstützt von den stellvertretenden Vorsitzenden Judith Kost, Andreas Nikolas Heinrich und Bernd Conrad.

Zudem gründen die CEB und die Barmherzigen Brüder Rilchingen gGmbH eine Gesellschaft und betreiben gemeinsam das berufliche Bildungszentrum “BeBiZ Saar”.

2019

Die CEB feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Den Höhepunkt bildet eine Festmatinée, bei der Pater Klaus Mertes, der Neffe von Pfarrer Johannes Mertes, zu Gast ist und über den Wert von Bildung in der heutigen Zeit spricht.